Der Labrador Retriever


FCI - Standard Nr.122                                   

Sektion 8, 1: Apportierhunde
  
Ursprungsland :Großbritannien

Obwohl der Name Labrador lautet, stammte diese Hunderasse nicht aus Labrador, sondern von der
kanadischen Ostküste aus dem Bereich von Neufundland, einer Labrador vorgelagerten Insel.
Die Rasseentwicklung und Anerkennung als eigene Rasse fand aber in Großbritannien statt.
Daher wird in der Rassebeschreibung Großbritannien als Ursprungsland angegeben.

Allgemeines Erscheinungsbild : Kräftig gebaut, kurz in der Lendenpartie, sehr aktiv ; breiter Schädel, Brust und Rippenkorbtief und gut gewölbt ; breit und stark in Lende und Hinterhand.

Charakteristika : Gutmütig, sehr bewegungsfreudig. Vorzügliche Nase, weiches Maul, ausgeprägte Wasserfreudigkeit. anpassungsfähiger, treuer Begleiter.

Wesen : Intelligent, aufmerksam und leichtführig, mit großem Bedürfnis, seinem Besitzer Freude zu bereiten. Von freundlichem Naturell, mit keinerlei Zeichen von Aggressivität oder unberechtigter Scheue.

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Wieder auf Platz Eins :

Am 21.Januar 2009 verkündete der American Kennel Club (AKC) wie in den 17 Jahren zuvor, dass
der Labrador Retriever, von dem in den USA doppelt so viele registriert sind wie von jeder anderen Hunderasse, der beliebteste reinrassige Hund sei. Der Labrador ist auch die Nummer eins in Kanada und Großbritannien.


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Gedanken vor dem Kauf :

Mit einem Labrador zusammen zu leben kann zu einer unglaublichen Bereicherung Ihres Lebens beitragen. Seine Haltung wird aber mit Sicherheit auch grundlegende Veränderungen Ihres persönlichen Lebensrhytmus und liebgewonnener Gewohnheiten zur Folge haben. Auch wenn Sie noch so sehr von einem Labbi träumen, führen Sie sich bitte immer wieder vor Augen, dass er ein sehr empfindsames lebendes Wesen ist, welches nach gebührender Beachtung verlangt. Labrador Retriever sind kräftige, tempramentvolle und intelligente Hunde mit einem enormen Arbeitswillen und großer Ausdauer. Entscheiden Sie sich niemals kurz entschlossen und ohne reifliche Überlegung für den Kauf eines Labbis, denn da gibt es viele Fragen vor dem Kauf !

- Paßt ein Labrador zu uns ?
- Haben wir Zeit und Hundeverständnis für diese Rasse ?
- Bekommt er Kontakt zu anderen Hunden ?
- Haben wir genügend Platz ?
- Wir wohnen zur Miete : Ist der Vermieter einverstanden ?
- Sind wir in Erziehungsfragen alle einer Meinung ?
- Sind die Kinder reif für den Hund ?
- Darf er mit in den Urlaub ?
- Muß er länger als drei bis vier Stunden alleine bleiben ?
- Können wir ihn bis an sein Lebensende versorgen ?
- Reichen die Finanzen ?, denn :
  Anschaffungskosten : ca. 1000,00 Euro
  jährlicher Unterhalt  :  ca. 1250,00 Euro
  weitere nicht vorhersehbare Kosten, z.B. im Krankheitsfall.

 Als zukünftiger Labrador-Halter dürfen Sie eigentlich keine der Fragen mit Nein beantworten.


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12 Regeln für Kinder für den Umgang mit Hunden :

 1.  Störe nie einen Hund beim Fressen. Versuche nicht, ihm sein Futter wegzunehmen.
 2.  Laufe nie vor dem Hund davon. Auch nicht, wenn du Angst vor ihm hast.
 3.  Kein Hund ist wie der andere. Begegne deshalb jedem Hund vorsichtig.
 4.  Wenn du mit einem Hund spielst, achte darauf, seinen Zähnen nicht zu nahe zu kommen.
      Wenn er versehentlich zuschnappt :
stillhalten und laut "Aus" rufen ! Ein gut erzogener Hund
      lässt dann los.

 5.  Wenn ein Hund mit dem Maul nach dir "greift", halt still.
 6.  Versuche niemals, raufende Hunde zu trennen. Hole Erwachsene zur Hilfe.
 7.  Vermeide alles, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte.
 8.  Schau einem Hund nicht starr in die Augen, sonst hat er das Gefühl, du willst ihn herausfordern
      und bedrohen.

 9.  Ganz gleich, wie lieb ein Hund aussieht - gehe nur zu ihm, wenn sein Besitzer es dir erlaubt hat.
10. Zieh dem Hund nicht am Schwanz und tritt nicht drauf. Der Schwanz ist sehr empfindlich
      und wichtig für den Hund.

11. Achte darauf, dass ein Erwachsener in der Nähe ist, wenn du mit einem Hund spielen möchtest.            
      Denn aus dem Spiel kann schnell
mal Streit werden.
12. Behandele einen Hund gut. Hunde haben ihre eigenen Bedürfnisse, und die solltest du
      kennen und achten. Streichel ihn nur,
wenn er es mag.

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Schwarz, Braun oder doch Gelb ???  Wir lieben sie ALLE

 

Im Grunde genommen : reine Geschmackssache !
Es gibt keine charakterlichen Unterschiede zwischen einem schwarzen, braunen oder gelben Labrador.

Buccleuch Avon(1885) :  vermuteter Ahnherr aller heutigen Labradore war schwarz,
Ben of Hyde(1899) :  erster anerkannter gelber Labrador
und

Cookridge Tango(1961) :  gewann als erster schokoladenfarbener Labrador die
englische Meisterschaft.
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Hündin oder Rüde ?

Labrador-Hündinnen sind meist etwas kleiner und zartgliedriger als Labrador-Rüden. Rüden
wiederum sind kompakter, haben einen größeren und breiteren Schädel und eine tiefere Brust.
Bei Rüden bedarf es stärkerer erzieherischer Konsequenz, besonders dann, wenn sie sich, zu
läufigen Hündinnen mehr hingezogen fühlen als zu ihren Besitzern. Aber auch bei Hündinnen können
sich kurz vor, während und einige Wochen nach ihrer Läufigkeit Verhaltensveränderungen bemerk-
bar machen, die dem Halter Einfühlungsvermögen und Rücksichtsnahme abverlangen.

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Verantwortungsvolle Zucht :

Eine verantwortungsvolle Hundezucht erfordert einen hohen finanziellen und zeitintensiven Einsatz.
Ein Züchter muss im Vorfeld bestimmte Voraussetzungen und Auflagen erfüllen, um Mitglied in einem zuchtbuchführenden Hundeverband zu werden, damit seine Welpen ordentliche Papiere erhalten können. Bevor er überhaupt einen Wurf verkaufen kann, hat er einiges an Vorleistung erbracht. Den Kaufpreis einer Zuchthündin, Deckgebühren, Tierarztkosten, die Geburt und Aufzucht der Welpen, die ordentliche Ernährung, die Entwurmungen, die Impfungen und so weiter. In Fachkreisen gelten 1.000 Euro im Durchschnitt für einen Welpen als gerade kostendeckend wenn unter Berücksichtigung aller Anforderungen des Tierschutzes, der hundegerechten Haltung und der Züchterethik gezüchtet wird. Lassen Sie sich von "Billig-Angeboten" nicht ködern, denn diese werden sich mit Sicherheit nicht auszahlen.Tierarzt - oder Hundepsychiater - Rechnungen für kranke, vernachlässigte, falsch geprägte oder überhaupt nicht sozialisierte Hunde werden die Mehrausgaben für ein gesundes Tier aus der Zucht eines seriösen Labradorzüchters rasch um ein Mehrfaches übersteigen. Entscheiden Sie sich unbedingt für eine offiziell anerkannte und kontrollierte Zuchtstätte !!

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Erbkrankheiten :

Hüftgelenkdysplasie (HD) :

Unter Hüftgelenksdysplasie (HD) verstehen wir eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Die beiden gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der Oberschenkelkopf passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. HD entwickelt sich in den ersten 15 Monaten des Lebens eines Hundes, später verändert sich nur noch das Ausmass der Arthrose. Junge Hunde mit ausgeprägter HD zeigen v.a. Schmerzen als Folge der unüblich starken Lockerheit der Hüftgelenke. Bei älteren Hunden überwiegen die Schmerzen als Folge der Abnützung (Arthrose) der Hüftgelenke. Bei leichteren Formen der HD können Krankheitshinweise fehlen, solange der Hund nicht stark beansprucht wird. Auch zwischen den einzelnen Hunden bestehen Unterschiede in der Schmerzempfindung: Während der eine Hund mit leichter HD bereits hinkt, hat der andere Hund mit fortgeschrittener Arthrose eine spezielle Bewegungstechnik entwickelt, um Schmerzen zu vermeiden, so dass der Besitzer von der Behinderung möglicherweise gar nichts bemerkt.
hueftgelenksdysplasie.jpg

Was ist die Ursache für HD?
Die Entwicklung der Hüftgelenke wird massgeblich durch zwei Komponenten beeinflusst: 1. durch die Erbanlage und 2. durch die Ernährung des Hundes. Beginnen wir bei der Ernährung: Bei einem Hund mit Veranlagung zu HD ist es möglich, durch eine kalorienmässig zurückhaltende und ausgewogene Fütterung das Ausmass der Krankheit zu mildern. Es ist erwiesen, dass Hunde, die langsam wachsen, weniger schwer an HD erkranken als ihre schneller wachsenden und damit schwereren Wurfgeschwister. Besonders wichtig ist dabei, im Futter ein Ueberangebot von Kalzium (Futterkalk) zu vermeiden. Deshalb sollte bei Verwendung eines Vollwertfutters darauf geachtet werden, dass das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor etwa 1:1 ist. Früher hat man ein Verhältnis von 1.5:1 als richtig erachtet. Dieses Vorgehen hilft zwar dem einzelnen Hund, der so trotz ungünstiger Erbanlagen eine grössere Chance hat, akzeptable Hüftgelenke zu entwickeln und ein weitgehend normales und schmerzfreies Leben zu führen. Für zukünftige Zuchttiere ist diese Taktik aber völlig ungeeignet, da dadurch die genetische Belastung für HD nicht aufgedeckt werden kann. Kommen derart aufgezogene und erblich belastete Hunde zum Zuchteinsatz, wird die Veranlagung zu HD an die nächste Generation weitergegeben. Die Folge ist, dass unter den Nachkommen von Hunden mit guten Hüftgelenken dysplastische Nachkommen auftreten.

In Züchterkreisen wird angenommen, dass die jugendliche Aktivität der Welpen HD verursachen könne. Bis heute konnte diese Theorie nicht bewiesen werden. Ein gesundes Hüftgelenk wird durch die normale Bewegung und durch Spielen mit Artgenossen nicht geschädigt. Sicher ist es vernünftig, eine massive Überbeanspruchung des noch unreifen Skeletts des Junghundes zu vermeiden., da ein Knochen im Wachstum weniger belastbar ist, als das Skelett eines ausgewachsenen Tieres.

Die wichtigste Grundlage für HD liegt damit in der Erbanlage der Hunde. Welche Gene eine Rolle spielen, ist bis heute nicht geklärt. Erwiesen ist hingegen, dass sich HD häufig in Form einer übermässigen Lockerheit oder Instabilität des Hüftgelenkes zeigt, welche die Entwicklung von Arthrose begünstigt. So wie wir beim Tragen von zu grossen Schuhen bald Blasen oder einen tüchtigen Muskelkater einfangen, nimmt auch das Hüftgelenk Schaden, wenn der Oberschenkelkopf dauernd in der Gelenkspfanne umherrutscht. Technisch ausgedrückt, erfährt ein lockeres Hüftgelenk die selben Veränderungen wie ein lockeres Radlager: Es wird ausgeschlagen. Beim jungen Hund zeigen sich deshalb die stärksten Veränderungen an der Gelenkspfanne: sie weitet sich auf und flacht sich ab. Damit wird der Oberschenkelkopf nicht mehr korrekt geführt, es entwickelt sich eine Arthrose.

Welche Folgen hat HD?
Bei Bewegung werden die Hüftgelenke regelmässig zyklisch belastet. Ein stabiles Gelenk erträgt diese lebenslange Belastung problemlos, es bleibt gesund. Die regelmässige Belastung ist sogar notwendig für die Ernährung des Gelenkknorpels. Bei einem instabilen oder fehlgebildeten Hüftgelenk jedoch führt die wiederkehrende Fehlbelastung zu Zerrungen der Gelenkskapsel, der Bänder und zur Schädigung, des Gelenkknorpels und der gelenksbeteiligten Knochen. Es entwickeln sich knöcherne Zubildungen und Verformungen am Gelenk, welche auf dem Röntgenbild als bleibende Arthrose sichtbar sind. Die Folgen sind Schmerzen im Hüftgelenk. Die Hunde versuchen die Hintergliedmasse zu entlasten. Diese beiden Mechanismen führen zu Muskelschwund, was die Arthrose weiter fördert, weil dadurch die stützende Funktion der Muskulatur am Hüftgelenk wegfällt. Hunde mit mittel- bis hochgradiger HD sind deshalb meist weniger aktiv. Sie legen sich häufig hin, zeigen Mühe beim Aufstehen und lahmen in der Hinterhand, insbesondere nach längerem Liegen. Im Frühstadium der Krankheit kann die Lahmheit nach den ersten Schritten noch verschwinden. Später zeigen dysplasiegeplagte Hunde bei körperlichen Aktivitäten immer deutlicher Lahmheitsanzeichen. Nicht selten verändert sich unter chronischen Schmerzen auch der Charakter des Hundes. Aus dem fröhlichen Lebensgefährten kann ein missmutiger, mitunter sogar bissiger Zeitgenosse werden.

Wie wird die Diagnose HD gestellt?
Die Diagnose HD lässt sich anhand von Röntgenaufnahmen des Hüftgelenks stellen (Abbildungen 1 und 2). Sichtbare Veränderungen können an der Gelenkspfanne, am Oberschenkelkopf oder an beiden Knochen auftreten. Bei jungen Hunden ist gelegentlich nur ein auffällig lockeres Hüftgelenk zu beobachten, bei dem der Oberschenkelkopf nicht korrekt in der Gelenkspfanne liegt. Aufgrund der Veränderungen auf dem Röntgenbild werden fünf Schweregrade von HD unterschieden (Tabelle 1). Wie häufig kommt HD bei den untersuchten Hunden vor? Kürzlich wurden die HD-Resultate von allen 3749 Hunden, die in der Schweiz zwischen 1991 und 1994 im Rahmen der Körung auf HD untersucht worden waren, zusammengestellt. HD trat bei Rüden und Hündinnen gleich häufig auf, das Auftreten hängt also nicht vom Geschlecht des Tieres ab (Tabelle 1). Ein Viertel der untersuchten Hunde wurde als HD-frei, und ein Drittel als Übergangsform beurteilt (Abbildung 3). Damit gehören beinahe 60% der Hunde zu den beiden Graden, die mit gutem Gewissen zur Zucht verwendet werden können. Mehr als ein Viertel der Hunde wurde als leicht dysplastisch (HD-Grad C) bewertet, sie sollten nicht zur Zucht verwendet werden. Rund jeder 7. Hund fiel sogar in die HD-Grade D und E mit ausgeprägten Gelenksveränderungen. Derartige Tiere sind von der Zucht ausgeschlossen.

Kommt HD bei allen Rassen gleich häufig vor?
Trotz Bekämpfung der HD seit rund 30 Jahren sind somit immer noch rund 40% der mittelgrossen und grossen Rassehunde dysplastisch, ihr Anteil ist aber bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich (Tabelle 2). Bei gewissen Rassen erreicht der Anteil an mittelgradiger und hochgradiger HD mehr als 20%. In der besagten Studie wies der Siberian Husky die besten Hüftgelenke auf, gefolgt von den Bearded und Rough Collies und den Belgischen Schäferhunden. Dysplasiefrei waren rund zwei Drittel aller Hovawarte, Flat Coated Retriever, Leonberger und Rottweiler, über die Hälfte der Labrador Retriever und Berner Sennenhunde, die Hälfte der Golden Retriever, Neufundländer und der Deutschen Schäferhunde, aber weniger als die Hälfte der untersuchten Boxer. Bei Bernhardinern, sowie English und Gordon Settern lag die HD-Rate bei erschreckend hohen 60-70% (Abbildung 4). Wieso bestehen derartige Rassenunterschiede in der HD-Häufigkeit? Bei gewissen Rassen kam die Krankheit schon zu Beginn der HD-Bekämpfung selten vor. Dies ist vermutlich der wichtigste Grund für ihre gute Hüftgelenksqualität. Besonders Schlittenhunde oder Jagdhunde, die seit jeher auf eine lebenslange Leistungsfähigkeit gezüchtet worden sind, zeigen kaum HD; Hunde, die nach anstrengender Arbeit lahmten, wurden gar nicht erst zur Zucht verwendet. Beim Hovawart waren schon vor der Einführung der HD-Kontrolle viele Hunde dysplasiefrei, deshalb konnte seit jeher eine strenge Selektion durchgeführt werden.

 Die wichtigsten Gründe für den hohen HD-Anteil in verschiedenen Rassen sind die Verwendung dysplastischer Elterntiere (HD Grad C) zur Zucht und das weitgehende Fehlen einer Nachzuchtkontrolle. Beim Bernhardiner rächt es sich, dass die Zuchttiere jahrelang nicht auf HD untersucht und Hunde trotz ausgeprägter HD zur Zucht verwendet worden sind. Bei vielen Rassen wird bei der Auswahl von Zuchthunden zudem zu stark dem Exterieur und dem Kampftrieb Bedeutung zugemessen. Gesundheitliche Aspekte werden kaum berücksichtigt. Überdies bestehen Hinweise dafür, dass z.B. beim Deutschen Schäferhund die abfallende Rückenlinie und die starke Hinterhandwinkelung die HD geradezu fördert. Der Anteil dysplastischer Hunde ist mit grosser Wahrscheinlichkeit noch höher als es die Zahlen in Tabelle 2 widerspiegeln, da Röntgenbilder von schwer dysplastischen Hunden kaum je zur offiziellen Beurteilungsstelle eingesandt werden, da die Züchter um ihren guten Ruf als HD-freie Zuchtstätte fürchten. Auch Bilder von dysplastischen Tieren, die vor dem Erreichen des ersten Altersjahres wegen Bewegungsstörungen geröntgt werden, gelangen kaum je zur Auswertung. Dieses Vorgehen behindert den Fortschritt enorm, da es dadurch unmöglich wird, die Zuchtvorschriften so anzupassen, dass die Zahl dysplastischer Hunde vermindert werden kann. Zudem werden die Berechnungen zur Erblichkeit (Heritabilität) der HD verfälscht. Die Züchter und Hundebesitzer betrügen sich so selber um ihre Bemühungen, die HD-Häufigkeit nachhaltig zu senken.

Wieso kommt die HD immer noch so häufig vor?
Eine derart hohe Zahl an ausgeprägt dysplastischen Hunden ist nicht zu verantworten. Sie widerspricht auch dem Gedanken des Tierschutzes, nur Tiere zu züchten, die frei sind von Krankheiten, welche die Lebensqualität einschränken. Dazu gehört auch die schmerzhafte HD. Jeder Käufer eines rassereinen Hundes hat grundsätzlich Anrecht auf einen geistig und körperlich gesunden und damit dysplasiefreien Hund. Solange jedoch unter den heute geltenden Zuchtvorschriften über 80% aller untersuchten Hunde als zuchttauglich erklärt werden, lässt sich die HD-Häufigkeit bei den Nachkommen nicht senken. Erschwerend kommt dazu, dass der Zuchtwert eines Tieres für das Merkmal HD nicht nur allein von der Qualität seiner eigenen Hüftgelenke abhängt, sondern auch von derjenigen seiner nahen Verwandten wie der Eltern und der Geschwister. Nur wenn ihre HD-Ergebnisse mitberücksichtigt werden, lässt die Hüftgelenksqualität der Nachkommen schätzungsweise voraussagen.

Wie kann HD bekämpft werden?

Jeder Züchter und Hundebesitzer kann durch eine sorgfältige Fütterung des jungen Hundes direkten Einfluss auf die Entwicklung der Hüftgelenke nehmen. Es ist nachgewiesen, dass eine zu schnelle Gewichtszunahme in den ersten 10 Lebensmonaten die HD-Häufigkeit fördert. Zu grosse Mengen von Energie, Protein und Mineralstoffen, insbesondere von Kalzium im Futter begünstigen die Ausbildung der HD nachweislich. Wird in diesem Lebensabschnitt der HD-gefährdete Hund noch übermässig beansprucht, kann sich die HD noch verschlimmern. Hingegen scheint weder die endgültige Körpergrösse noch das endgültige Körpergewicht des Hundes einen wesentlichen Einfluss auf die Ausprägung der HD zu haben. Im Laufe des Lebens des Hundes kann die Arthrose infolge starken Übergewichts noch schwerer werden. Eine frühere Vermutung aber, dass Vitamin C eine HD verhindern kann, hat sich als Irrtum erwiesen.

Die langfristig wirksamste Massnahme zur Verringerung der HD ist die Einführung und Durchsetzung von Paarungsbeschränkungen. Der Anteil gesunder Nachkommen steigt an, wenn nicht nur der HD-Grad des Tieres selber (die sogenannte Eigenleistung), sondern auch die HD-Resultate seiner Geschwister und insbesondere seiner bereits geborenen Nachkommen mit berücksichtigt werden. Mit Hilfe einer derartigen Zuchtwertschätzung könnte der Züchter für sein Zuchttier einen geeigneten Partner auswählen, ohne seinen Hund wegen HD-Belastung von vorne herein aus der Zucht nehmen zu müssen. Dieses Konzept wird als strategische Paarung bezeichnet und hat zum Ziel, nur noch Welpen zu züchten, die ein unterdurchschnittliches Risiko haben, an HD zu erkranken. Die Zuchtzulassung wird damit nicht mehr vom HD-Resultat des Einzeltieres abhängig gemacht, sondern vom HD-Risiko bei den Nachkommen einer Paarung. Diese Methode der Zuchtselektion hat sich in der Nutztierzucht und neuerdings auch beim Hund als äusserst erfolgreich erwiesen. In Deutschland haben bereits über 50 Rassehundeklubs diesen Weg beschritten. Der Erfolg der strategischen Paarung hängt aber entscheidend von der Erarbeitung einer neuen Zuchtstrategie und vom konsequenten Einhalten der daraus entwickelten Paarungsbeschränkungen ab.

Der stärkste Ansporn zur Verbesserung der HD-Situation bei den Rassehunden wird ohne Zweifel der kritische und fordernde Käufer geben. Wenn er nicht mehr akzeptiert, dass in gewissen weitverbreiteten Rassen jeder fünfte Hund an HD leidet, sondern eine Kaufpreisminderung und die Übernahme der Behandlungskosten verlangt oder solche Tiere unter nachdrücklicher Rückforderung des vollen Kaufpreises gar an den Züchter zurückgibt, wird sich unter den Züchtern schnell die Erkenntnis verbreiten, dass es billiger und für den guten Ruf vorteilhafter ist, eine wirksame Zuchtplanung einzuführen, als weiter nach eigenem Gutdünken Hunde zu paaren und die Augen vor den schlechten Resultaten zu verschliessen.

Auch der Gesetzgeber kann durch den Erlass und das konsequente Durchsetzen eines wirksamen Tierschutzgesetzes folgenreiche Änderungen des Zuchtverhaltens auslösen. Im weiteren sind die Rasseklubs auch dazu aufgerufen, die unsinnige Ehrung eines einzelnen Champion of Champions abzuschaffen und dafür diejenigen Züchter zu belohnen, bei welchen alle gezüchteten Hunde gesund und langlebig sind und einem vernünftigen Rassestandard entsprechen. Nicht der einzelne Spitzenhund garantiert eine gesunde Rasse, sondern eine breite Basis von gut entwickelten Tieren.

Ellenbogendysplasie (ED) :

Unter Ellbogendysplasie versteht man eine Miss- oder Fehlentwicklung im Bereich des Ellbogengelenkes, welche durch das nicht Zusammenpassen der gelenkbeteiligten Knochen zu einer Erkrankung des Gelenkes führt. Diese kann von verschiedenen Ursachen ausgelöst werden: Einerseits gibt es eine genetische Komponente, welche dazu führen kann, dass die verschiedenen am Ellbogengelenk beteiligten Knochen miss- oder fehlgebildet werden. Andererseits gibt es überlastungs- oder unfallbedingte Ursachen für eine Ellbogendysplasie. Beide Komponenten können separat oder gemischt auftreten, was nicht immer einfach zu unterscheiden ist.

Wichtig ist dabei, dass die genetische Komponente nur durch gezielte Zucht, die überlastungsbedingte Komponente durch eine gute Aufzucht und Haltung im jugendlichen Alter verhindert oder minimiert werden kann. Grund dafür ist das enorme Knochenwachstum im Alter von 5 - 9 Monaten. Somit ist es nicht erstaunlich, dass die klinischen Symptome in eben diesem Altersabschnitt auftreten und einem jungen Hund das Erwachsenwerden erschweren. Bis vor einiger Zeit hat man angenommen, dass die Ellbogendysplasie mit dem Auftreten der Hüftgelenkdysplasie gekoppelt sein könnte. Studien haben aber gezeigt, dass die beiden Erkrankungen keine genetische Korrelation haben und somit ausser einem ähnlichen Vererbungsmodus nichts miteinander zu tun haben.

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Bei welchen Rassen entsteht ED
Prinzipiell kann diese Gelenkserkrankung bei allen Rassen als Folge eines Traumas/Unfalls respektive durch Überbelastung entstehen. Dabei werden die Gelenkflächen des Ober- oder des Unterarmes entweder direkt (Quetschung/Stauchung des Knorpels, Gelenkfraktur) oder indirekt (Achsabweichung nach Frakturen oder Verletzung der Wachstumsfuge) in Mitleidenschaft gezogen.

Jedoch ist die Erkrankung in der Regel ein genetisches Problem, das vor allem bei grossen Rassen (z.B. Berner Sennenhund, Deutscher Schäfer, Retriever, Rottweiler, Mischlinge davon) auftritt. Da es sich aber um einen komplexen Erbgang handelt (beide Elterntiere müssen Träger des Dysplasiegenes sein) und die Aufzucht sowie die Haltung ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Gelenke haben, kann eine dysplastische Erkrankung des Ellbogens immer auftreten. Es besteht somit auch keine hundertprozentige Sicherheit, einen dysplasiefreien Welpen zu kaufen, wenn beide Elternteile frei von Ellbogendysplasie sind.

Damit die Wahrscheinlichkeit grösser wird, einen gesunden Welpen zu erhalten, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass beide Elterntiere frei von Ellbogendysplasie sind. Grosse Aufmerksamkeit muss aber vor allem der Aufzucht gefährdeter Rassen entgegengebracht werden

Welches sind prädisponierende Faktoren?
Eine sehr wichtige Komponente bei der Auswahl des Welpen besteht in der Berücksichtigung der Genetik seiner Eltern bezüglich Ellbogendysplasie. Wie bereits oben erwähnt, ist die Gefahr, einen dysplasiegefährdeten Welpen zu kaufen, geringer, wenn die Eltern radiologisch keine Anzeichen einer Ellbogenveränderung aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Ellbogengelenkes verkleinert sich, je mehr Ahnen dysplasiefrei sind. Deshalb ist es beim Kauf eines Welpen enorm wichtig, den Stammbaum der Eltern genau anzusehen und sich beim Züchter oder der Züchterin über allfällige Probleme bei den Ahnen zu informieren.

Während der Aufzucht eines Welpen muss der Fütterung ebenfalls eine wichtige Rolle zugeschrieben werden. An erster Stelle ist sicher die Futtermenge entscheidend. Ein Welpe muss in der Regel sein Futter gegen seine Geschwister verteidigen, wodurch er sehr hastig frisst. Wenn er nun bei seinen neuen Besitzern ist, wird er sein Fressverhalten vorläufig nicht ändern und weiterhin alles gierig fressen. Dies verleitet fast jede/n Welpenbesitzer/in dazu, dem jungen Wollknäuel noch mehr Futter hinzustellen. Schliesslich hat er schnell und alles gefressen, und hat somit sicher noch Hunger. Leider ist das ein Trugschluss, der dazu führt, dass viele Welpen zu dick werden. In der Folge muss der Welpe mehr Gewicht herumschleppen, als es seine Knochen und Gelenke ertragen. Deshalb ist auch beim Spielen und Herumtollen die Belastung der Gelenke und Wachstumszonen um ein Vielfaches höher als bei einem normalgewichtigen Welpen. Aus diesem Grund können sich folgende Probleme ergeben:

 

  • die Wachstumsfugen schliessen sich zu früh, was zu krummen Beinen und Fehlbelastung im Ellbogen und Handgelenk führen kann
  • die Knochenfortsätze (Processus olecrani, Processus coronoideus, Processus anconaeus) verwachsen unter Umständen nicht mit den Unterarmknochen und bilden isolierte, die Gelenkaktivität störende Knochenteile.
  • der Gelenkknorpel wird unnötig mehr belastet, was zum Ablösen vom Knochen führen kann.

 

Aus diesen Gründen ist ein wohlgenährter Welpe sicher anfälliger auf Gelenkerkrankungen als ein vielleicht sogar etwas untergewichtiger Welpe.

Als optimale Fütterung für grossrassige Welpen empfehlen wir an unserer Klinik ein speziell für grosse Rassen angefertigtes Junghundefutter mit einem Zusatz von gelenkschonenden Substanzen. Die Futtermenge ist immer abhängig vom Futter, der Verdauung und der Bewegung des Welpen. Als Richtlinie ist die gute Tastbarkeit der Rippen anzusehen. Sind diese sichtbar, ist der Welpe eher zu mager, sind sie nicht mehr tastbar, ist der Welpe zu dick.

Als weitere mögliche Ursache einer Ellbogendysplasie muss sicher das Hinauf- und Hinunterrennen von Treppen in Betracht gezogen werden. Es ist eine grosse Belastung und erwiesenermassen schlecht für die jungen Gelenke, im Besonderen für die Ellbogen, wenn ein Welpe häufig Treppen runterrennt. Von Vorteil sind Treppenabsperrungen und Tragen des Welpen. Wird der Junghund zu gross und schwer zum Tragen, sollte er unbedingt die Treppen hinauf- und heruntergeführt werden. Somit verringert sich die abrupte Belastung des noch sehr weichen, jugendlichen Knorpels und Knochens, was zur Erhaltung der optimalen Gelenkstrukturen beiträgt. Auch Wanderungen sind genauso kritisch zu betrachten und aus der Sicht der Tierärztin/des Tierarztes nicht zu befürworten. Velofahren und Joggen sollte unterlassen werden, bis der Welpe circa 1-jährig ist, da auch dies zur Überbelastung des Bewegungsapparates führt.

Das Herumtollen mit gleichaltrigen Spielkameraden sollte auf keinen Fall unterbunden werden, da auf diese Weise das normale Sozialverhalten erlernt wird und sich der Welpe zurückziehen oder hinlegen kann, wenn es ihm zu bunt wird. Hier reichen aber durchaus 10-15 Minuten, sonst besteht die Gefahr einer Überbelastung.

Wie äussert sich eine Ellbogendysplasie?
Die klinischen Anzeichen eines Problems im Ellbogengelenk können sich sehr schnell oder auch relativ langsam bemerkbar machen. Sie zeigen sich durch Lahmheit bei einseitiger Gelenkerkrankung sowie durch klammen Gang mit kurzen Schritten bei beidseitiger Erkrankung. Da die Gangveränderungen und Schmerzen aber erst im Alter von ca. 5 - 9 Monaten auftreten, wenn der Junghund seine stärkste Wachstumsphase hat, können zu diesem Zeitpunkt bereits massive Gelenkschäden vorhanden sein. Diese können leider nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine Therapie besteht nur noch in der Minimierung der Folgeschäden, d.h. der Schmerzbekämpfung und dem Versuch, die Arthrosebildung zu unterdrücken oder zu stoppen. Aus diesem Grund ist beim Junghund mit Lahmheit die sofortige Konsultation bei der Tierärztin oder beim Tierarzt dringend zu empfehlen.

Wie entsteht eine Ellbogendysplasie?
Das Ellbogengelenk wird wie in ersichtlich aus drei verschiedenen Knochen gebildet. Dem Humerus (Oberarm), dem Radius (Speiche) und der Ulna (Elle). Die Ursachen der Fehlentwicklungen im Ellbogengelenk gehen hauptsächlich von der Elle und der Speiche sowie von deren Verknöcherungszentren und Wachstumsfugen aus. Eine Folge dieser Störungen können sein:

 

  • Stufenbildung zwischen Elle und Speiche durch ungleichmässiges Wachstum
  • Nichtverwachsen der einzelnen Verknöcherungszentren der Elle durch Über- oder Fehlbelastung
  • Zu kurze Elle durch zu frühen Schluss der Wachtumsfuge im Handgelenk
  • Missbildung der einzelnen Knochenfortsätze
  • Absprengung des Processus coronoideus innen an der Elle durch Über- oder Fehlbelastung
  • Knorpelmissbildungen / -schäden (OCD: Osteochondrosis dissecans)

Alle diese Veränderungen können einzeln oder miteinander auftreten und führen zwangsläufig zu einer Inkongruenz der Gelenkflächen und somit zu einer gewissen Instabilität. In den meisten Fällen zieht eine Veränderung die andere nach sich, womit ein Teufelskreis entsteht. Der Körper reagiert auf diesen Reiz mit Entzündung und versucht mit Knochenzubildung eine Stabilisierung des Gelenkes zu erreichen, was zu Arthrose und Schmerz führt.

Wie kann man entgegenwirken?
Die wichtigste Massnahme zur Verhinderung einer Ellbogendysplasie ist die Zucht mit dysplasiefreien Hunden. Dies ist aber nur möglich, wenn bei möglichst vielen Hunden die Ellbogen geröntgt und ausgewertet werden. Da die Resultate zum Teil im Stammbaum eingetragen werden, können sie problemlos eingesehen oder sonst beim Züchter nachgefragt werden. Somit kann sich jede/r Welpenkäufer/in selber ein Bild über das Risiko einer Ellbogendysplasie bei seinem Welpen machen. Hunde mit schlechten Ellbogen fallen automatisch aus der Zucht, da sie vom Rasseklub gesperrt werden. (Vorsicht: jeder Rasseklub hat andere Bestimmungen. Anm. der Redaktion.) Zuchttiere mit nicht optimalen Gelenken sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden. Auch wenn die Verpaarung mit einem dysplasiefreien Hund Nachkommen ohne Dysplasie ergeben kann, ist zu bedenken, dass die Welpen mit Sicherheit Träger des krankmachenden Genes sind. Auf diese Art und Weise ist somit die Reduzierung der dysplasiekranken Hunde nicht möglich.

Bei der Aufzucht der Welpen ist, wie oben bereits erwähnt, auf das Gewicht (Rippen immer gut tastbar), gutes Futter (Junghundefutter mindestens bis zum abgeschlossenen Zahnwechsel, besser bis zum Erreichen des ersten Geburtstages) und vernünftige Bewegung (kein Treppenrennen, keine langen Wanderungen, kein Velofahren bis mindestens 1-jährig) zu achten.

Wie kann die Ellbogendysplasie behandelt werden?
Leider sind beim Auftreten der klinischen Symptome bereits Veränderungen vorhanden, welche in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Ziel der Therapie ist es, eine Verschlechterung des Gelenkzustandes zu verhindern. Dies geschieht zum Teil operativ durch Entfernung abgesprengter oder nicht angewachsener Knochenstücke, mittels Durchtrennung der Elle bei krummen Vorderbeinen oder mittels Entfernung des losgelösten Knorpels bei Knorpelschäden. An zweiter Stelle steht die Schmerzbekämpfung mittels Entzündungshemmern in Kombination mit knorpelaufbauenden und knorpelschützenden Präparaten. Dies um dem Hund ein einigermassen schmerzfreies und angenehmes Leben zu ermöglichen und um das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen.

An dritter Stelle steht die möglichst rasche Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Hunden, was manchmal ein schwieriges Unterfangen darstellen kann. Das Wichtigste ist dabei sicher die Reduktion der Futtermenge oder das Einführen eines Fastentages pro Woche. Gelingt die Gewichtsreduktion mit diesen Methoden nicht (Mitleid, verschiedene Personen, die füttern, andauerndes Betteln usw.), ist es manchmal notwendig, dem Hund eine Diät zu verschreiben, die jedoch auf Grund des noch nicht ausgewachsenen Skelettes vorsichtig zusammengestellt werden muss. An vierter Stelle wird eine Einschränkung der Bewegung angeordnet. Dies führt zu weniger Belastung des geschädigten Gelenkes und somit zu weniger Arthrose. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Hund einerseits nicht unter Bewegungsarmut leidet, andererseits nicht zu dick wird und die Muskulatur nicht schwindet. Aus diesen Gründen empfehlen wir an unserer Klinik, die Hunde häufiger, aber weniger lange zu bewegen.

Sicher gibt es Hunde, die eine Ellbogenarthrose besser ertragen als andere, und solche, die weniger arthrotische Zubildungen machen. Grundsätzlich ist aber eine Arthrose eine ernst zu nehmende Gelenkerkrankung, die dem Hund Schmerzen bereitet und ihn leiden lässt. Kann die Arthrose nicht unter Kontrolle gebracht werden, kann es im schlimmsten Fall zu einem steifen Ellbogen führen, was für den Hund ein erhebliches Problem im Bewegungsablauf darstellt. Andererseits können die Schmerzen so stark sein, dass sie auch mit den heute sehr potenten Medikamenten nicht unter Kontrolle gebracht werden können und der Hund sogar eingeschläfert werden muss. Damit dies alles nicht oder erst im hohen Alter geschieht, ist es unbedingt notwendig, möglichst früh und kompetent eine Therapie einzuleiten. So kann dem betroffenen Hund geholfen und ein hundewürdiges Leben ermöglicht werden.

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Nicole Lüddeke : http://labrador-infos.de

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Die folgenden Informationen beziehen sich selbstverständlich auf alle Hunderassen !!!

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Impfungen – Vom Sinn und Unsinn des Impf-Wahns bei Tieren


Das Impfen ist – sowohl beim Menschen als auch bei unseren Haustieren – ein seit Jahren kontrovers diskutiertes Thema. Doch während beim Menschen die meisten Impfungen, wenn überhaupt, nur einmal im Leben oder alle sieben bis zehn Jahre verabreicht werden, herrscht in der Veterinärmedizin ein regelrechter Impfwahn – und dies ganz sicher nicht zum Besten unserer Tiere!

Ganz im Gegenteil: Es war und ist wissenschaftlich nicht erwiesen, dass Hunde und Katzen nach mehrfacher Grundimmunisierung im Baby- bzw. Welpen-Alter in jährlichen Abständen mit immer neuen Impf-Dosen traktiert werden müssen. Gleichwohl praktizieren nach wie vor viele Tierärzte die „Impfung gemäß Beipackzettel“. Das Missverständnis, das zu dieser Impf-Wut geführt hat, ist allerdings schnell gelöst: Die Hersteller der verschiedenen Vakzine (Tierimpfstoffe) schreiben seit Jahrzehnten in ihren Gebrauchsinformationen, dass eine jährliche Wiederholung der Impfung „empfohlen“ sei. Des Rätsels Lösung dafür ist, dass die Impfstoff-Hersteller sowohl in den USA als auch in Europa für die amtliche Zulassung ihrer Präparate nicht verpflichtet sind, die tatsächliche Dauer des Immunschutzes („duration of immunity“ – DOI) im klinischen Verlauf zu testen und nachzuweisen. Stattdessen wird maximal der Ein-Jahres-Zeitraum geprüft, der nichts über den wirklichen Zeitraum des Schutzes aussagt – und dieser hält i. d. R. ein Hunde- oder Katzenleben lang! Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob gerade zu häufiges Impfen nicht kontraproduktiv ist und die Tiere unnötigen Gefahren aussetzt.

Um sich jedoch solch optionale, zwar freiwillige, aber komplexe und äußerst kostenintensive Tests zu ersparen und rechtlich abgesichert zu sein, schreiben die Hersteller stattdessen die „Empfehlung zur jährlichen Wiederauffrischung“ in den Beipackzettel – und diese Empfehlung wird oft arg- und fraglos in die Tat umgesetzt. Dass die berühmte Frage „Cui bono?“ (Wem nützt es?) ggf. auch noch damit beantwortet werden kann, dass Hersteller und Tierarzt natürlich umso mehr verdienen, je öfter sie die Spritze setzen, ist ein weiterer Aspekt.

Doch Gott sei Dank hinterfragen auch immer mehr Kollegen und Tierhalter diese unsinnige Vorgehensweise, und so ist Bewegung in das bis vor kurzem statische Weltbild der Impfungen beim Tier geraten: Gerade in den USA haben sich Forscher des Themas angenommen und festgestellt, dass Auffrischungsimpfungen in den allermeisten Fällen vollkommen überflüssig sind. Abgesehen von riskanten Nebenwirkungen verpufft die Auffrischung sichtlich. Denn durch die bereits vorhandene Immunität des Tieres wird der Impfstoff vom Immunsystem unschädlich gemacht, ebenso wie das Immunsystem es mit dem tatsächlichen Erreger machen würde, wenn das Tier damit in Berührung käme. Auf Basis dieser Forschungsarbeiten haben die „American Association of Feline Practitioners (AAFP) und die Acadamy for Feline Medicine (AFM) Ende 1997 in den USA z. B. ein neues Impfschema für Katzen beschlossen und empfehlen nach der Grundimmunsierung des Tieres immerhin nur noch dreijährige Auffrischungsintervalle. Dass diese Empfehlung nur langsam „über den großen Teich“ zu uns schwappt und nur zögernd umgesetzt wird, liegt in der Natur des Umdenkens bzw. Umlernens begründet und hängt auch mit dem Gedanken an das Portemonnaie zusammen. Aber immerhin, wenn auch nach wie vor willkürlich: In Deutschland z. B. sind seit einiger Zeit Kombiimpfpräparate auf dem Markt, deren Intervall-Empfehlung bei vier Jahren liegt.

Die Risiken des Impfens

Das Impfen ist – wie beim Menschen – stets mit Risiken behaftet. Auch bei Hunden und Katzen kann es zu kritischen Reaktionen des Organismus kommen: Am häufigsten kommt es nach aktueller Informationslage zu anaphylaktischen Schocks, Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Fazialödemen (Kopfschwellungen) und Pruritus (Juckreiz), außerdem können Autoimmunkrankheiten, Polyarthritis, bakterielle Infektionen, Ohren- und Harnweginfektionen sowie auch Verhaltens- und Wesensstörungen die Folge sein.

Die Impfung beim Hund:

Staupe, Hepatitis und Parvo:

Gegen diese Krankheiten sollten alle Hunde grundsätzlich im Welpenalter immunisiert werden. Zwar kommen diese Erkrankungen kaum noch vor, aber zum Schutz vor infizierten Welpen, die skrupel- und gewissenlose Händler aus dem Osten schmuggeln und an Autobahnen verkaufen (ein Drama, dem Einhalt geboten werden muss!), sollte auf diese Impfungen nicht verzichtet werden.

Tollwut

Das Infektionsrisiko ist heutzutage äußerst gering. Wer allerdings ins Ausland fährt und seinen Hund mitnimmt, muss ihn gesetzlich vorgeschrieben gegen Tollwut impfen lassen. Hier sollte man sich für das Präparat Madivac entscheiden, das für einen Zeitraum von drei Jahren zugelassen ist. Achtung: Tollwut darf nie mit anderen Impfstoffen gemeinsam verabreicht werden! Welpen sollten diese Impfung erst ab einem Alter von sechs Monaten und nach dem vollständigen Zahnwechsel erhalten.

Impfungen des Hundes, die nichts bzw. fast gar nichts bringen:

Leptospirose (eine chronische bakterielle Infektionskrankheit)
Lepto-Impfstoffe schützen, wenn überhaupt, nur gegen zwei Bakterienstämme, von denen es noch viel mehr gibt. Darüber hinaus ist das Neben- und Nachwirkungspotential dieser Impfung sehr hoch.

Borreliose (durch Zecken und andere Insekten übertragene virale Erkrankung)
Auch hier schützt eine Impfung nahezu kaum, weil die in unseren Gebieten vorkommenden Borrelien gegen eine Impfung überwiegend immun sind. Auch hier ist das Nebenwirkungspotential sehr hoch und steht in keiner Relation zu einer etwaigen Wirkung.

Zwingerhusten
Art und Ursache der Infektion mit Zwingerhusten sind extrem verschieden, so dass eine Impfung gegen einen einzelnen Erreger sinnlos ist. Dagegen sprechen wiederum die Gefahren der Nebenwirkungen.

Corona-Virus
Gegen das Corona-Virus wird seit neuestem gerne geimpft, denn dies soll vor Durchfallerkrankungen schützen. Sollte eine Infektion beim Hund überhaupt geschehen, ist der Verlauf der Erkrankung jedoch sehr kurz und milde und Experten aus aller Welt bezweifeln diese Impfmaßnahme aus verschiedenen Gründen.

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. med. vet. Jutta Ziegler Ganzheitliche Tierarztpraxis, Glaneckerweg 6, 5400 Hallein

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Läufigkeit der Hündin :

Hündinnen erreichen (je nach Rasse) ihre Geschlechtsreife mit dem 6. - 12. Lebensmonat, d.h. sie werden das erste Mal läufig. Großwüchsige Rassen sind " Spätentwickler ", die Geschlechtsreife trifft hier erst ab dem  9. - 12. Lebensmonat auf. Bei mittelgroßen Rassen muss man mit dem 8. - 9. Lebensmonat mit der Geschlechtsreife  rechnen und  Zwergrassen sind als  " Frühentwickler "schon ab dem 6. Lebensmonat das erste Mal läufig.

Die ersten Läufigkeitstage "PROÖSTRUS" : dauern ca. 7 - 10 (18) Tage.
Das blutige Sekret wird von der Hündin durch häufiges Lecken entfernt.
Im Proöstrus wehrt die Hündin den schon stark interessierten Rüden energisch ab.

Die kritische Zeit "ÖSTRUS " : schließt sich zwischen dem 10. und 20. Tag nach dem ersten Blutungstag an. Das vorher blutige Läufigkeitssekret wird hellrosa und wässriger. In dieser Zeit ist die Hündin deckbereit, d.h. sie wehrt den Rüden nicht mehr ab, sondern steht mit nach der Seite gedrehter Rute, um sich paaren zu lassen.

Die Zeit der Trächtigkeit " METÖSTRUS " : diese Zeit dauert 2 - 3 Monate an.
In dieser Zeit beherrscht das Schwangerschaftshormon Progesteron den Hormonhaushalt der Hündin. Wurde sie gedeckt, entwickeln sich die befruchteten Eier zu Embryonen, die ab dem 21. Tag nach dem Deckakt in der Gebärmutter per Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden kann. Das Hormon Prolaktin lässt das Gesäuge anwachsen und zum Zeitpunkt der Geburt ist die Milch eingeschossen.
Auch wenn die Hündin nicht gedeckt wird, kann das Gesäuge stark anschwellen und Milch einschießen die Hündin ist scheinträchtig.
 
"ANÖSTRUS " : hier besteht ein geschlechtshormoneller Ruhestand.

Als Besitzer einer Hündin ist es ratsam den Zyklus seines Tieres im Kalender vom 1. Blutungstag an aufzuschreiben und zu kommentieren. Die Regelmäßigkeit des Zyklus, der sich ca. alle 6 Monate wiederholt, spricht für einen intakten Hormonhaushalt.

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Entwicklung der Welpen :


Geburt - 2. Lebenswoche :                                
Die Stimme wird genutzt. Man kann sie beim Saugen schmatzen und grunzen hören.

2. - 3. Lebenswoche :                                          
Um den 10. bis 13. Tag öffnen sich Augen und Gehörgänge.

4. - 7. Lebenswoche :                                                               
Die Prägephase die in der 4. Woche beginnt und etwa bis zur 7. Woche andauert.

8. - 12. Lebenswoche :                                                       
Die Sozialisierungsphase beginnt etwa mit der 8. Woche und reicht bis zur 12. Woche.

Pubertärer Hund : ca. 7. - 11. Lebensmonat :    
Die Pubertät oder auch gerne " Flegelzeit " beim Hund, ist zum Glück relativ von kurzer Dauer.
In dieser Phase versucht er, sich selbst zum Chef aufzuspielen.

Erwachsener Hund : ca. 12. Lebensmonat :                    
Je nach Größe, Rasse und Individium varriiert der Zeitpunkt des Erwachsenwerdens und damit auch der Geschlechtsreife
zwischen dem 6. und 12. Monat. Die Reifephase erreicht die Hündin durch ihre erste Läufigkeit. Beim Rüden erkennt man es
am ersten Beinchen-Heben.


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Koprophagie beim Hund oder Hilfe mein Hund frisst Sch.... !

Viele Hundehalter können ihren Augen kaum trauen, schockiert müssen sie mit ansehen, wie ihr
kleiner lieber Wuzzi sich genüsslich über einen Hunde - oder gar Menschenhaufen hermacht und hin - offensichtlich genüsslich - verspeist bis zum letzten Rest.
Viele Gedanken schießen dem gleichermaßen besorgten wie angewiderten Hundebesitzer durch den Kopf und das noch vor kurzem stattgefundene intensive Schmusen mit Wuzzi bekommt nun einen bizarren Beigeschmack. Verantwortungsvolle Hundeliebhaber fragen sich , ob ihr Liebling jetzt krank wird, sich mit irgendeiner "Seuche" angesteckt hat und vielleicht sogar ab sofort eine Gefahren-
quelle für seine menschlichen Bezugspersonen darstellt. Auch die Frage nach dem warum stellt sich, zumal man doch immer besorgt war, dem Vierbeiner gutes und insbesondere mengenmäßig ausreichendes Futter bereit zu stellen.
Ist es etwa nur eine (eklige) Marotte, eine Art "geistige Macke" - oder findet es Wuzzi gar nur spannend,
wie Herrchen oder Frauchen sich verhalten und aufregen, wenn er die Hinterlassenschaften anderer Artgenossen "entsorgt".
Viele Fragen, Besorgnisse und Unklarheiten, die einen Beitrag zum Thema sinnvoll machen.
Koprophagie - aus dem griechischen kommend, bezeichnet den Verzehr von Kot, entweder des eigenen, den von Artgenossen oder den von anderen Tierarten. Für einige Tierarten ist es lebensnotwendig, eigenen Kot noch einmal aufzunehmen, da ihr Verdauungssystem nicht in der Lage ist, die Nährstoffe beim "ersten Mal" ausreichend zu resorbieren.
Die bekannteste Gruppe der wissenschaftlich bezeichneten "Autokoprophargen" (Kotfresser) sind die
verschiedenen Arten der Nagetiere, angeführt vom beliebten Meerschweinchen bis hin zur Zwergmaus.
Aber auch Hasen und Kaninchen findet man in dieser Gruppe, ebenso wie die herbivoren und prächtig
anzuschauenden Doktorfische (Algenfresser) aus den Riffregionen tropischer Meere.
Selbst bei Affen bzw. Menschenaffen wie Gorillas kann dieses Verhalten zeitweise beobachtet werden,
auch bei ihnen eine Maßnahme, um Nährstoffe besser ausnutzen zu können bzw. bei temporärem Nahrungsmangel.
Hunde gehören jedoch grundsätzlich nicht zu dieser Gruppe, zumal ihre Ernährung auch auf anderen Grundlagen basiert. Da es denoch einige unserer Vierbeiner tun, muss es andere Gründe geben.
Bei sehr jungen Welpen sind derartige Verhaltensweisen i.d.R. temporär sehr begrenzt und unter dem Kapitel "Jugend forscht" abzulegen. Meist wird diese Unart schon nach kurzer Zeit abgelegt, insbesondere dann, wenn von Frauchen oder Herrchen keine spektakulären Reaktionen auf dieses Verhalten gezeigt werden. Ansonsten lernen die kleinen Wollknäuele es sehr schnell, dass man mit
"Köttelfressen" sofort und nachhaltig Aufmerksamkeit erzeugen kann - und das will so ein kleiner Vierbeiner ja.
Kommen wir nun aber zu den Ursachen mit ernsthafteren Hintergründen, welche oftmals verantwortlich für eine längere oder dauerhafte Koprophagie sind.
1. Hygiene
    Hunde, die in Verschlägen oder Zwingern gehalten werden, insbesondere unter schlechten
    hygienischen Bedinungen, können damit beginnen, ihren eigenen Kot zu fressen. Untersuchungen
    haben gezeigt, dass kein zwingender Zusammenhang zu weiteren negativen Merkmalen einer
    nicht artgerechten Haltung bestehen muss (z.B. wenig oder schlechte Nahrung, keine Aufmerk-
    samkeit etc.). Für die Mehrzahl der gehaltenen Hunde in unseren Regionen aber sicherlich kein Thema mehr.
2. Alleinsein, Langeweile, fehlende Aufmerksamkeit
   
Kann für die unter 1 beschriebene Gruppe ein zusätzlicher oder begleitender Grund sein, muss
    aber nicht. Insbesondere bei Hunden aus sog. Fulltime-Job-Haushalten, welche über Stunden
    allein gelassen werden, ist diese Verhaltensweise häufig zu beobachten. Im Übrigen können bei
    diesen Hunden noch andere Verhaltensabnormalitäten wie übermäßige Angst, Agressivität bis
    hin zu Selbstzerstörungsaktionen auftreten. Abhilfe schafft hier nur eine grundsätzlich veränderte
    Haltungsweise mit einem großen Zeitengagement und viel Geduld. (siehe auch Pos. 7)
3. Übermäßige Belastungen und Hochleistungssport
    Hunde, die übermäßigen Belastungen dauerhaft ausgesetzt werden, gleiches gilt für den
    "Hochleistungs-Hundesport", können diese Verhaltensweise zeigen. Man geht hier davon aus,
    dass sie damit den übermäßigen Verlust an Mineralstoffen ausgleichen wollen, was natürlich
    nur unzureichend gelingt. Dieses Manko ist nur durch spezielle Ernährung (hier reicht es auch
    nicht, eine "Schüppe" mehr zu geben) und Zusatz-bzw. Ergänzungsstoffe sinnvoll auszugleichen.
    Allerdings ist ein Zuviel ebenso zu vermeiden, daher ist hier eine Abstimmung mit einem Tier-
    mediziner/Tierheilpraktiker (THP) sehr zu empfehlen.
4. Pankreasinsuffizienz
   
Eine ernsthafte Erkrankung der Bauchspeicheldrüse kann auch die Ursache für den Verzehr von
    Kot sein. Bei dieser Krankheit produziert die Bauchspeicheldrüse unzureichend Verdauungsenzyme.

    - Trypsin, Chymotrypsin > zuständig für die Proteinspaltung
    - Lipasen > Fettabbau
    - Amylasen > Kohlenhydratspaltung

    Durch Kotfressen soll die Unterfunktion ausgeglichen werden, was natürlich nicht gelingt, die
    immer heißhungrigen Tiere fressen insgesamt Unmengen, nehmen dabei dennoch ab, da sie
    nicht in der Lage sind, Nährstoffe der Nahrung ausreichend zu entnehmen. Diese Krankheit ist
    sehr selten und daher meist nicht die Ursache für eine Koprophagie. Derartig erkrankte Tiere
    müssen medizinisch behandelt werden, es erfolgt regelmäßig eine Zuführung der fehlenden
    Enzyme von außen, danach ist ein fast normales Leben wieder möglich.
5. Parasitenbefall
    Auch eine starke Verwurmung kann als Reaktion eine Koprophagie auslösen. Meist geht es hier
    um ungepflegt, frei lebende Hunde, die nie entwurmt wurden (wobei auch nachlässig entwurmte
    "Familienhunde" Kandidaten sein können) und sich eine massive Population dieser Endoparasiten im Darm etabliert hat.
    Dadurch werden Verdauungsprozesse empfindlich gestört, Nährstoffe vorenthalten, so dass dieser
    Mangel durch die "Sonderrationen" ausgeglichen werden soll. Leider kommt es durch die Kotaufnahme zu weiteren
    Wurminfektionen (Eier und Larven sitzen ja im Kot) und einer Ver
schlimmerung der Situation. Die verschiedenen Wurmarten
    können auf den Menschen
übertragen werden (Zoonose) und Schäden anrichten.
    Daher muss schon aus Selbstschutz eine gründliche und regelmäßige (mind. 4 x p.a.) Entwurmung
    oder mindestens Überprüfung durchgeführt werden. Dieses sollte beim Fachmann, z.B. bei einem
    visierten THP, erfolgen, der beurteilen kann, wann der Hund als "wurmfrei" gelten kann
    (meist sind
nämlich mehrere Behandlungen erforderlich).
6. Ernährungsfehler
    Futter ist nicht gleich Futter und wird nicht von jedem Hund gleichartig aufgenommen und verdaut.
    In vielen Futtersorten fehlen einfach wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, oder sie
    sind durch Lagerung schon wieder unbrauchbar geworden. Hunde, die ihren Kot fressen, haben
    da sehr häufig Defizite, d.h. sie benötigen ein höherwertiges Futter bzw. Ergänzungsstoffe, um
    eine ausreichende Versorgung sicher zu stellen. Allerdings ist es für Tierhalter, die ja auch den
    Verlockungen der Verbraucherwerbung erliegen, nicht immer leicht, eine ausgewogene Ernährung
    zu gewährleisten. Und zu oft sind es die bunten Werbebotschaften, die für den (unzureichenden)
    Futtereinsatz verantwortlich sind. Von der Futtermittelindustrie wird eine Menge "Müll" angeboten,
    fragen Sie daher ihren THP nach hochwertigen Futtersorten bzw. Nahrungsergänzungsmitteln,
    die speziell für Ihren Hund geeignet sind. Eine unbedachte und nicht passende Zusammen-
    stellung unterschiedlicher Nährstoffkomponeneten kann bei Ihrem  Tier organische Schäden ver-
    ursachen, daher ist eine Abstimmung und Beratung sinnvoll und wichtig. Fast jeder gute THP bietet
    in seinem Leistungsangebot eine Ernährungsberatung an, nutzen Sie dieses Angebot.
7. Ursachen psychologischer Genese
    Bei wenigen Tieren scheint alles in Ordnung zu sein, d.h. die oben beschriebenen Faktoren können
    ausgeschlossen werden und denoch wird das Verhalten regelmäßig gezeigt.
    Zeigt der Hund vielleicht noch andere Verhaltens-Auffälligkeiten ? In so einem Fall sollte ein Tier-
    psychologe mit invoviert werden, da er durch seine Fachausbildung wertvolle Hilfestellung leisten
    kann. Eine Hinführung zu einem normalen Verhalten ist mit der notwendigen Konsequenz fast immer
    möglich. Begleitet werden können die einzelnen Maßnahmen durch den Einsatz homöopatischer
    Medikamente, die helfen können, unausgeglichene und durcheinander gekommene Bereiche wieder
    in Einklang zu bringen. Geeignet wären auch biochemische Therapien. Die Entscheidung, was
    Erfolg versprechender ist, liegt beim behandelnden THP.

Eines muss jedem Halter klar und deutlich sein. Der Umstand eines regelmäßigen Kotfressens birgt
viele Gefahren für den Hund und ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Viele Infektionskrankheiten können
sehr leicht übertragen werden.


Die Aufnahme von Parasiten ist in jedem Fall zu unterstellen, entweder durch den "Vorbesitzer"
selbst oder nachträglich durch Fliegenbefall (Eiablage im Kothaufen). Und obwohl schon "normale"
Darmwürmer massive Schäden und Gesundheitsbeeinträchtigungen herbeiführen können,
so
können noch weitaus schlimmere parasitäre Infektionen auftreten. Daher müssen alle Bestrebungen und Maßnahmen ergriffen werden, um diese gefährliche Unart zu unterbinden.

Als Resümee hier noch mal die wichtigsten Punkte :

- Koprophagie ist bei einigen Tierarten lebensnotwendig, nicht aber bei Hunden
- Gelegentliche Kotaufnahmen bei jungen Welpen ist als normal zu werten, hier sollte man dieses
   Verhalten spielerisch unterbinden (ablenken)
- Bei älteren Hunden muss nach der Ursache geforscht und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden
- Als Hauptgründe einer Korophagie lassen sich mangelnde Hygiene, nicht artgerecht Haltung
  (allein, keine Aufmerksamkeit etc.), körperliche Überlastungen, Pankreasinsuffizienz, Parasiten-
  befall, Ernährungsfehler und manchmal psychologischer Genese festhalten
- Koprophagie ist eine ernstzunehmende Verhaltensabweichung, die ein großes Gefahrenpotential
  für den Hund, aber auch für die Menschen seines Umfeldes bedeutet
- Eine begleitende medizinische Betreuung (durch einen erfahrenen THP, ggf. unterstützt durch
  einen Tierpsychologen) ist notwendig und daher unbedingt zu empfehlen.

Mit freundlicher Erlaubnis der Tierheilpraxis Materia Medica !
Ein besonderes Dankeschön an, Thomas Freund, Tierheilpraktiker


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Einreisebestimmungen für Hunde in die Schweiz

Hunde, die in die Schweiz einreisen sollen, müssen verschiedene Einfuhrbedinungen erfüllen. Sie benötigen eine eindeutige Kenn-
zeichnung durch einen Mikrochip oder eine gut lesbare Tätowierung (nur gültig bis 30. Juni 2011).

Die Hunde müssen ferner über eine gültige Tollwutimpfung mit einem Impfstoff nach WHO - Norm verfügen. Die Erstimpfung eines Junghundes muss zum Zeitpunkt der Einfuhr mindestens 21 Tage zurückliegen. Bei Wiederholungsimpfungen spielt die Wartefrist keine Rolle mehr.

Jungtiere unter 3 Monaten dürfen ungeimpft in die Schweiz einreisen, wenn sie ihre Mutter begleiten oder wenn eine tierärztliche Bescheinigung vorgelegt werden kann, wonach sie seit ihrer Geburt ununterbrochen an ihrem Geburtsort lebten und nie mit wilden Tieren Kontakt hatten.

Mehr zur Einreise finden Sie unter :http://www.bvet.admin.ch

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Aspergillose :  Quelle: Polarhunde-Nothilfe

 



Als Aspergillose wird die Infektion mit Aspergillen (Schimmelpilzen) bezeichnet.
Schimmelpilze finden sich überall, in der Erde, in verwesender Vegetation, auf Kompostern, in schimmelndem Heu und modrigem Holz. Die Sporen verschiedener Aspergillus Arten können bei Hund und Katze krankheitserregend wirken. Eine Infektion mit Spergillus fumigatus findet man vor allem im Atemtrakt. Andere Aspergillus-Arten wie A. terreus, A. deflectus und A. flasvus sind selten und bei über den ganzen Körper verteilten (disseminierten) Aspergillosen gefunden worden.
Aspergillus Sporen gelangen überwiegend durch die Atmungsorgane in den Körper.

Die Aspergillose kommt bei Hunden in drei verschiedenen Formen vor, am häufigsten tritt die Nasale Aspergillose auf. Darunter versteht man eine Infektion der Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen, die durch A. fumigatus verursacht wird. Die Nasale Aspergillose kann bei Tieren aller Altersgruppen auftreten, betrifft jedoch meist junge und mittelalte Tiere. Eine besondere Rassedisposition konnte nicht festgestellt werden, vermehrt sind jedoch langnasige Rassen betroffen.
Die betroffenen Hundenasen sind oft sehr schmerzempfindlich, seröser bis eitriger Nasenausfluss tritt aus. Weitere Anzeichen sind Nasenbluten, Niesen und Atemgeräusche. Die Infektion beginnt meist auf einer Seite, kann aber die Nasenscheidewand durchbrechen.
Bei einer Rhinoskopie (mit starrer Optik durchgeführte Endoskopie der Nase) finden sich die typischen weißlich gelben bis grau schwarzen Pilzablagerungen auf der Nasenschleimhaut und in den Nasennebenhöhlen. Um das gesamte Ausmaß der Erkrankung feststellen zu können, wird meist vor der Rhinsoskopie (danach könnten auftretende Blutungen das Bild verfälschen) ein Röntgenbild gefertigt. Je nach Stadium der Erkrankung können Zerstörungen im Bereich der Turbinalia (Knochenlamellen, die mit Riechepithel überzogen sind) und der anderen Nasenstrukturen dargestellt werden. Gerade im Anfangsstadium einer Aspergillose sind die Veränderungen oft noch minimal, eine Vollnarkose, um eine perfekte Lagerung des Patienten (und ein optimales Röntgenbild) zu ermöglichen, ist daher zwingend.
Durch eine Blutuntersuchung kann der Aspergillen Antikörpertiter bestimmt werden.
Die Therapie der Nasalen Aspergillose bestand früher in einer „Ausräumung“ der Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen, eine sehr belastende Operation für das Tier, die häufig schwerwiegende Komplikationen nach sich zog. Der Erfolg war insgesamt eher gering.
Systemische Antimykotika (Pilzmittel) sind sehr kostspielig und leider nur teilweise erfolgreich.
In jüngster Zeit wurden mit topischen Antimykotika (Enilkonazol, Clotrimazol) überraschende Behandlungserfolge bei der Nasalen Aspergillose erzielt. Stirn- und Nasenhöhlen werden mit einer wässrigen Lösung über einen Zeitraum von 7 bis 10 Tagen zweimal täglich gespült.
Hierzu wurde Anfang des Jahres 2007 das Ergebnis einer in Lüttich an 27 Hunden mit sinonasaler Aspergillose durchgeführten Studie veröffentlicht. 15 der 27 Hunde wurden mit intranasalen Infusionen von 1 % Enilconazol-Lösung behandelt, die anderen 12 erhielten auf gleiche Art eine 2 % Enilconazol-Lösung. Für beide Behandlungsprotokolle ergab sich eine gute Langzeitwirkung (im Mittel 38 + 17 Monate), die Hälfte der Hunde wurde symptomfrei während des Kontrollzeitraums, die übrigen zeigten nur noch leichte klinische Anzeichen einer chronischen Rhinitis /Sinusitits. Die gezeigten Symptome ließen auf einen (zusätzlichen) bakteriellen Ursprung schließen. Nur 3 der Hunde hatten eine gesicherte Reinfektion oder einen Rückfall 2 - 36 Monate nach der klinischen Heilung.

Einige wenige Fälle von Fokaler Aspergillose wurden bisher in der Fachliteratur beschreiben, diese traten überwiegend bei Schäferhunden auf. Bei dieser Form bildet sich irgendwo im Bereich des Körpers ein Krankheitsherd. Beschrieben wurden Fälle von Knochenhautentzündung (Osteomyelitis), entzündliche Veränderungen des Zwischenwirbelbereichs unter Beteiligung der Gelenkflächen der benachbarten Wirbel (Diskospondylitis) mit Beschwerden, die denen einer Bandscheibenentzündung ähneln und Fälle von Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Die Behandlung der fokalen Aspergillose ist langwierig und bleibt gerade bei den Bronchopneumonien wirkungslos.

Sehr selten tritt die disseminierte Aspergillose bei Hund und Katze auf. Disseminiert meint über den ganzen Körper verteilt mit einer Vielzahl von Symptomen wie Gewichtsverlust, Schwäche, Lethargie, Fieber, Lahmheiten, Rückenschmerzen und Teil-Lähmungen bis Lähmungen. Mehr als die Hälfte der Tiere zeigt Veränderungen im Bereich der Augen. Diese Erkrankung tritt in der Altersgruppe bis sieben Jahre auf, der Deutsche Schäferhund ist häufiger betroffen als andere Rassen. Eine Behandlung ist nicht möglich.

Ganz selten tritt Aspergillose bei der Katze auf, die Nasale Aspergillose wurde bisher in zwei Fällen dokumentiert. Die Dissemintierte Aspergillose konnte bei einigen Katzen postmortal festgestellt werden, die meisten litten gleichzeitig unter FeLV oder FIP Infektionen.

Eine Infektion mit Schimmelpilzen ist eine schwerwiegende Erkrankung, die unbedingt tierärztlich behandelt werden muss, um ein übergreifen der Infektion von den oberen Atemwegen auf die unteren Luftwege (Lunge) zu verhindern. Anstecken kann sich ein Hund überall – beim Ausgraben der Mauselöcher und selbst zu Hause an schimmelnder Blumenerde.